jugendcoaching logoist eine Dienstleistung an der Schnittstelle Schule und Beruf in enger Zusammenarbeit mit den Schulen und zielt darauf ab, ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen durch Beratung, Begleitung und Case Management den Fähigkeiten entsprechende Perspektiven aufzuzeigen und durch individuelle Unterstützungspakete die Leistungsfähigkeit zu fördern. So kann über einen möglichst langfristigen Verbleib im (Aus-) Bildungssystem eine höhere Qualifizierung gewährleistet und eine anschließende Aufnahme in die individuell bestmögliche arbeitsmarktpolitische Maßnahme vorbereitet werden.

Warum Jugendcoaching?
Um den Bildungsstand und die Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen zu verbessern, ist es notwendig, frühzeitige Ausbildungsabbrüche zu verhindern.

Gerade in der so schwierigen Phase der Entscheidung über den weiteren Bildungs- und Berufsweg benötigen Jugendliche und ihre Erziehungsberechtigen professionelle Beratung und Hilfestellung. Das Angebot des Jugendcoaching basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit aller Beteiligten und kann kostenlos in Anspruch genommen werden. Ziel ist es, anhand von Stärken und Fähigkeiten der Jugendlichen die idealen nächsten Schritte zu planen und so den erfolgreichen Übertritt ins zukünftige Berufsleben zu ermöglichen.
Mit dem Jugendcoaching soll außerdem ein wesentlicher Beitrag zur persönlichen und sozialen Stabilisierung von Jugendlichen geleistet werden.

Gerade Probleme wie familiäre Schwierigkeiten, Suchtverhalten, Schulden, Wohnungsprobleme, etc. erschweren den Zugang zu höherer Qualifikation.

Auch Jugendliche mit Migrationshintergrund, die den österreichischen Arbeitsmarkt und die Ausbildungsmöglichkeiten nicht so gut kennen, sowie Jugendliche mit Lernschwierigkeiten sollen durch das Jugendcoaching ihre Potenziale gezielter einsetzen lernen. Es gilt, mit einer persönlichen Zukunftsplanung einen weiteren Schulbesuch, eine Qualifizierungsmaßnahme oder auch eine Ausbildungschance sowie ein festes Arbeitsverhältnis zu ermöglichen.

Wer wird angesprochen?
Jugendcoaching richtet sich an Jugendliche ab dem individuellen 9. Schulbesuchsjahr sowie an abbruchsgefährdete Jugendliche unter 19 Jahren bzw. an Jugendliche mit Behinderung oder sonderpädagogischem Förderbedarf.

Besondere Unterstützung erhalten Jugendliche, die gefährdet sind, die Schule abzubrechen, keinen Abschluss auf der Sekundarstufe I oder II erlangen zu können und/oder Unterstützung bei der Lehrstellensuche bzw. beim direkten Berufseintritt durch Übergabe an die zuständigen Stellen (z.B. AMS, Jugendarbeitsassistenz, ...) benötigen.

Oftmals sind es nur vorübergehende Probleme, die zu einer schwierigen persönlichen Situation führen. Manchmal müssen Strukturen im Umfeld geändert, Möglichkeiten für eine positive Bewältigung dieser Probleme oder ein Angebot für besondere Qualifizierungsmaßnahmen aufgezeigt werden. Unter Umständen brauchen die Jugendlichen auch nur mehr Zeit, um Defizite beseitigen zu können oder psychologische Unterstützung, damit das Selbstwertgefühl gestärkt wird.

Die Angebotspalette ist breit und soll auch in vollem Umfang genützt werden können. Mit Hilfe des Jugendcoaching soll eine Vernetzung von Familie, Schule, Qualifizierungsmaßnahmen und Wirtschaft stattfinden. Dadurch kann jene Unterstützung zum Tragen kommen, die Jugendliche in dieser zeitlichen Übergangsphase benötigen, um eine erfolgreiche persönliche Zukunftsplanung umsetzen zu können.

Wer sind die Partner/Innen?
Jugendliche mit niedrigen Qualifikationen sind von Arbeitslosigkeit bedroht. Damit sind sie auch gefährdet, an den Rand der Gesellschaft gedrängt bzw. ausgegrenzt zu werden. Die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten spielt daher im Jugendcoaching eine große Rolle. Eine weitere wesentliche Partnerin ist die Schule.

Lehrer und Lehrerinnen haben einen unmittelbaren und sehr engen Kontakt zu den Jugendlichen. Dadurch sind sie in der Lage, Jugendliche mit schwachen Lernleistungen oder vermehrtem Fernbleiben vom Unterricht, was ein Zeichen von Überforderung sein kann, namhaft zu machen.

Nachdem die Jugendlichen durch die Schule für das Jugendcoaching gemeldet wurden, müssen alle Beteiligten, also die Jugendlichen, aber auch die Erziehungsberechtigten und die BeraterInnen im Jugendcoaching, durch Unterschreiben einer Zielvereinbarung ihre Zustimmung zur Zusammenarbeit und einer eventuell notwendigen Weitergabe von persönlichen Daten geben.

Im Sinne einer Partnerschaft ist während des gesamten Jugendcoaching der Kontakt zu den Erziehungsberechtigten und der Schule aufrechtzuerhalten und positiv weiterzuentwickeln.
Sollte nach einer Abklärung der Situation als nächster Schritt für die Jugendlichen nicht die weitere Schullaufbahn, sondern ein Übertritt ins Berufsleben stattfinden, sind das Arbeitsmarktservice, externe Beratungs- und Betreuungseinrichtungen und nicht zuletzt Ausbildungsstellen sowie Wirtschaftsbetriebe in die Partnerschaft eingebunden.

Wie läuft Jugendcoaching ab?
Im Jugendcoaching sind drei Stufen der Unterstützung möglich:

Stufe 1 umfasst beratende Erstgespräche im Umfang von ca. 3 Stunden. Hier geht es um die Weitergabe von allgemeinen Informationen. Angesprochen sind in erster Linie Jugendliche, die mit Hilfe dieser Informationen relativ eigenständig die nächsten Schritte gehen können. Sollte mehr an Unterstützungsbedarf notwendig sein, so kann ein Übertritt in Stufe 2 oder Stufe 3 erfolgen.

In der Stufe 2 erfolgt eine detailliertere Beratung für Jugendliche, die neben gezielter Berufsorientierung auch Hilfe bei persönlicher Entscheidungsfindung und bei der Organisation von Unterstützungsangeboten benötigen. Der Abschluss der Stufe 2 – nach ca. 8 Stunden – gilt auch als Voraussetzung für Jugendliche, die eine Lehrausbildung im Rahmen der „Integrativen Berufsausbildung" absolvieren möchten. Am Ende der Stufe 2 wird ebenfalls eine „Fachliche Stellungnahme" übergeben.

Stufe 3 richtet sich an Jugendliche, die eine intensive Begleitung im Sinne eines „Case Managements" benötigen. Ausgehend von der individuellen Situation der Jugendlichen wird eine Stärken- und Schwächenanalyse und nicht zuletzt ein Clearing-Bericht inklusive Entwicklungsplan – basierend auf einem Neigungs- und Fähigkeitsprofil – erstellt, der konkrete Fördermaßnahmen, Qualifizierungsschritte sowie mittel- und langfristige Ziele enthält.

Die Dauer der Stufe 3 kann sich auf maximal ein Jahr erstrecken. Im Sinne der Nachhaltigkeit des Jugendcoaching erfolgt auch eine Nachbetreuung der Jugendlichen. Eine erneute Kontaktaufnahme mit den Jugendlichen ist möglich.